Bürohunde: Chancen für Hunde
Ein Bürotag kann für einen Hund viel gemeinsame Zeit bedeuten. Sein Mensch ist in der Nähe, und zwischendurch geht es nach draußen. Für Ruhe und Schlaf bleibt viel Zeit.
Manche Hunde kommen damit gut zurecht. Andere finden zu Hause mehr Ruhe.
Für den Hund zählt mehr als die Möglichkeit, mitzukommen. Er braucht Ruhe, Rückzug, Zeit draußen und die Möglichkeit, Nähe oder Abstand selbst zu wählen. Manche Hunde kommen im Büro gut zur Ruhe. Andere brauchen einen anderen Alltag.
Mehr Alltag mit dem vertrauten Menschen
Die vertraute Bezugsperson ist für viele Hunde sozial wichtig. Im Büro kann der Hund einen größeren Teil des Tages mit seinem Menschen verbringen.
Für Hunde, denen längere Trennungen schwerfallen, kann diese gemeinsame Zeit besonders wertvoll sein. Andere Hunde kommen zu Hause besser zur Ruhe.
Horn et al. (2013) untersuchten in einer experimentellen Aufgabe die Bedeutung der Bezugsperson für Hunde. Die Untersuchung fand außerhalb des Büros statt. Sie hilft, die besondere Bedeutung vertrauter Menschen für Hunde einzuordnen.
Forschung zum personenspezifischen „Secure Base Effect“: Horn et al.
Videobasierte Untersuchung zum Alleinsein: Originalquelle
Gemeinsame Zeit darf ruhig sein
Der Hund braucht keine dauernde Beschäftigung. Er darf in der Nähe seines Menschen liegen und schlafen, während gearbeitet wird.
Ein guter Bürotag darf ruhig sein
Ein Bürohund muss während des Arbeitstages nichts leisten.
Er braucht ausreichend Ruhe und Schlaf. Dafür muss es einen Platz geben, an dem er längere Zeit ungestört bleiben kann.
Bewegung im Raum, Gespräche oder Besucher können Ruhe erschweren. Ein Rückzugsplatz erfüllt seinen Zweck, wenn der Hund dort tatsächlich in Ruhe gelassen wird.
Schork et al. (2022) untersuchten Zusammenhänge zwischen Umweltbedingungen und Schlafverhalten bei Hunden. Die Untersuchung war keine Bürohundstudie. Originalquelle
Ruht der Hund über längere Zeit und findet nach Unterbrechungen wieder zur Ruhe, ist das ein hilfreicher Hinweis.
Für die Beurteilung braucht es Beobachtungen über verschiedene Situationen und Tage.
Pausen führen nach draußen
Der Hund muss regelmäßig nach draußen. Gemeinsame Wege gehören deshalb zum Bürotag.
Draußen kann er sich bewegen und seine Umgebung über Gerüche erkunden. Wie viel Bewegung und Zeit draußen zu ihm passen, unterscheidet sich von Hund zu Hund.
Für einen älteren Hund kann eine ruhige Runde genügen. Ein anderer Hund möchte länger unterwegs sein und mehr erkunden.
Der Arbeitsalltag muss dafür genügend Zeit lassen.
Draußen passiert etwas anderes
Draußen kann der Hund Gerüche aufnehmen, seine Umgebung erkunden und sich in seinem eigenen Tempo bewegen. Eine gute Pause muss deshalb nicht möglichst weit führen. Sie sollte dem Hund Zeit für das geben, was draußen für ihn interessant ist.
Kolleginnen und Kollegen können vertraut werden
Ein kontaktfreudiger Hund begrüßt vielleicht einzelne Menschen gern oder sucht von sich aus ihre Nähe. Mit der Zeit können ihm Menschen im Büro vertraut werden.
Andere Hunde möchten weniger Kontakt.
Der Hund darf zu einem Menschen gehen und wieder weggehen.
Eine Pilotstudie mit 18 Therapiehunden verglich frei wählbaren und erzwungenen Körperkontakt. Originalquelle
Der Hund soll selbst entscheiden können, ob er zu einem Menschen geht. Ebenso wichtig ist, dass er sich wieder entfernen kann. Ein Kontakt bleibt für ihn nur dann freiwillig, wenn auch Abstand möglich ist.
Der Hund darf gehen
Menschen entscheiden im Büro vieles für den Hund. An einigen Stellen sollte er selbst wählen können.
Er kann seinen Rückzugsplatz aufsuchen. Er kann Kontakt suchen und wieder gehen. Wird ihm Bewegung oder Nähe zu viel, braucht er die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen.
Ein Rückzugsort funktioniert erst dann, wenn der Hund ihn wirklich nutzen kann und dort in Ruhe gelassen wird.
Eine kleine Studie mit Therapiehunden verglich 2025 freiwillige und vorgegebene Berührungen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dem Hund bei sozialem Kontakt Wahlmöglichkeiten zu lassen. Untersucht wurden Therapiehunde in kurzen Kontaktsituationen. Für den Büroalltag liefert die Studie deshalb einen Hinweis, keinen direkten Nachweis.
Weiterführende Forschung zu Agency und positivem Tierwohl: Quelle ansehen
Nähe darf freiwillig bleiben
Auch ein freundlicher Hund möchte nicht jederzeit angefasst oder angesprochen werden. Menschen im Büro sollten seine Signale respektieren. Am Rückzugsplatz bleibt der Hund in Ruhe.
Ein Hund muss für uns nichts leisten
Menschen können die Anwesenheit eines Hundes als angenehm erleben. Ein Hund kann Gespräche anstoßen oder Menschen guttun.
Für den Hund entsteht daraus keine Aufgabe.
Sein Wert hängt nicht davon ab, welche Wirkung er gerade auf Menschen hat.
Der Hund trägt keine Verantwortung für das Wohlbefinden der Belegschaft.
Wiederkehrende Abläufe können Orientierung geben
Viele Arbeitstage laufen ähnlich ab. Ruhezeiten und Wege nach draußen wiederholen sich.
Solche Abläufe können dem Hund Orientierung geben. Gleichzeitig muss er mit seiner Umgebung zurechtkommen.
Ein vorhersehbarer Tagesablauf hilft wenig, wenn der Hund kaum schlafen kann, ständig Menschen an ihm vorbeigehen oder er anderen Hunden nicht ausweichen kann.
Orientierung braucht passende Bedingungen
Wiederkehrende Abläufe helfen nur, wenn der Hund dabei Ruhe findet. Ein vorhersehbarer Tag bleibt anstrengend, wenn er ständig aufmerksam sein muss oder kaum Abstand gewinnen kann.
Den Hund im Arbeitsalltag beobachten
Im Büro lässt sich beobachten, wie der Hund mit seiner Umgebung zurechtkommt.
- Findet er Ruhe?
- Schläft er über längere Zeit?
- Nutzt er seinen Rückzugsplatz?
- Wie reagiert er auf Menschen, Bewegung und Geräusche?
- Findet er nach einer Unterbrechung wieder zur Ruhe?
- Wie wirkt er nach mehreren Stunden?
- Beobachtungen über mehrere Tage sind aussagekräftiger als eine einzelne Situation.
- Verändert sich das Verhalten des Hundes, sollte auch sein Büroalltag neu betrachtet werden.
Wie wir diese Chancen wissenschaftlich einordnen
Direkte Forschung dazu, wie Hunde einen ganzen Bürotag erleben, gibt es bislang nur in geringem Umfang.
Foltin und Glenk beschreiben weniger Trennungszeit, zusätzliche soziale Kontakte und weitere Spaziergänge als mögliche Chancen. Sie nennen zugleich Situationen, die Hunde belasten können, etwa unerwünschten Kontakt, belastende Reize oder Konflikte mit anderen Hunden.
Deshalb beziehen wir auch allgemeine Hundeforschung ein. Sie untersucht einzelne Themen, die im Büro eine Rolle spielen: die Beziehung zur Bezugsperson, Schlaf unter unterschiedlichen Umweltbedingungen, soziale Kontakte und Wahlmöglichkeiten.
Diese Studien untersuchen meist einzelne Situationen und keinen ganzen Bürotag. Aus ihnen ergeben sich Hinweise darauf, worauf auch im Büro geachtet werden sollte.
Was davon ist direkt untersucht?
Zur Hundeperspektive im Büro gibt es bislang nur wenig direkte Forschung. Deshalb ziehen wir auch Studien zu Schlaf, Bezugsperson, sozialem Kontakt und Wahlmöglichkeiten heran und kennzeichnen diese Übertragung.
Ein hundefreundlicher Arbeitsplatz kann die Entscheidung für einen Hund erleichtern
Wer einen großen Teil des Tages arbeitet und über die Aufnahme eines Hundes nachdenkt, muss klären, wie der Hund während der Arbeitszeit betreut wird.
Kann ein geeigneter Hund mit zur Arbeit, lässt sich diese Frage für manche Menschen leichter lösen.
Das kann auch eine Rolle spielen, wenn jemand darüber nachdenkt, einem Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause zu geben.
TASSO über Bürohunde und die Chance auf ein Zuhause
Lisa Frankenberger mit Dotty
Pressesprecherin TASSO e.V.
TASSO beschreibt aus Sicht des Tierschutzes, welche Rolle hundefreundliche Arbeitsbedingungen bei der Aufnahme eines Hundes spielen können.
Videostatement zum Internationalen Bürohundtag 2026
Mögliche Chancen für Hunde
Mehr gemeinsame Zeit
Der Hund kann einen größeren Teil des Tages mit seinem vertrauten Menschen verbringen.
Weniger Trennungszeit
Für Hunde, denen längere Trennungen schwerfallen, kann die gemeinsame Zeit im Büro besonders wertvoll sein.
Bewegung und Erkundung
Pausen bringen den Hund nach draußen und geben ihm Zeit für Bewegung und Gerüche.
Vertraute Kontakte
Ein kontaktfreudiger Hund kann Menschen kennenlernen, denen er regelmäßig begegnet.
Ein guter Bürotag braucht
Ruhe und Schlaf
Der Hund braucht einen Platz, an dem er längere Zeit ungestört ruhen kann.
Rückzug
Er muss Abstand gewinnen und Kontakte beenden können.
Geräusche, Bewegung und andere Hunde
Der Hund muss mit den Reizen am Arbeitsplatz zurechtkommen und ihnen ausweichen können.
Eine passende Dauer
Nicht jeder Hund möchte einen ganzen Arbeitstag im Büro verbringen.
Verhalten beobachten
Findet der Hund schlechter zur Ruhe oder verändert sich sein Verhalten, sollte sein Büroalltag überprüft werden.
Passt ein Bürotag zu Ihrem Hund?
Auf unserer Seite Hundewissen erfahren Sie mehr darüber, wie Hunde ihre Umwelt wahrnehmen und welche Rolle Ruhe, Rückzug und Wahlmöglichkeiten spielen.
Den Büroalltag aus Sicht des Hundes verstehen
Wissenschaftliche Untersuchungen
Ausgewählte Forschung rund um Bürohunde und Mensch-Hund-Zusammenleben.
Vorteile von Bürohunden
Die übergeordnete Einordnung der Chancen für Unternehmen, Menschen und Hunde.
Hilfe und Unterstützung
Wenn Bürohunde eingeführt oder eine bestehende Praxis weiterentwickelt werden sollen.
