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Arbeitswelt und Forschung

Burnout am Arbeitsplatz: Was die Forschung zeigt

Die WHO ordnet Burnout dem beruflichen Kontext zu. Gemeint sind Folgen von chronischem Stress bei der Arbeit, der über längere Zeit nicht erfolgreich bewältigt wurde.

Für Unternehmen richtet sich der Blick damit zuerst auf die Arbeitsbedingungen. Bürohunde können für manche Beschäftigte eine zusätzliche Ressource sein. Forschung zeigt inzwischen genauer, wie Menschen diese Unterstützung erleben und wo die Aussagekraft der bisherigen Studien endet.

Burnout und Arbeitswelt

Die WHO führt Burnout in der ICD-11 als arbeitsbezogenes Phänomen. Als eigenständige medizinische Erkrankung ist Burnout dort nicht klassifiziert.

Beschrieben werden Erschöpfung, eine zunehmende mentale Distanz zur eigenen Arbeit beziehungsweise Zynismus und eine verringerte berufliche Wirksamkeit. Diese Einordnung bezieht sich ausdrücklich auf den beruflichen Kontext.

Burnout und Depression

Burnout und Depression können sich im Erleben überschneiden. Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme können bei beiden vorkommen.

Burnout wird auf den beruflichen Kontext bezogen. Eine Depression ist eine psychische Erkrankung und kann viele Lebensbereiche betreffen.

Bei länger anhaltenden oder starken Beschwerden ist eine medizinische oder psychotherapeutische Abklärung sinnvoll.

Arbeitsbedingungen haben Gewicht

Burnout lässt sich nicht allein über die persönliche Belastbarkeit erklären. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beschreibt Zusammenhänge zwischen psychosozialen Arbeitsbedingungen und psychischer Gesundheit.

Bei Burnout spielen unter anderem hohe Anforderungen bei geringem Handlungsspielraum und fehlende soziale Unterstützung eine Rolle. Für Unternehmen liegt damit ein wesentlicher Ansatzpunkt in der Gestaltung der Arbeit selbst.

Aktuelle Fehlzeiten durch Belastungsreaktionen

knapp +80 %

2025: 118,6 Fehltage je 100 Versichertenjahre
2017: 66,1 Fehltage je 100 Versichertenjahre

Die KKH-Auswertung betrifft die Diagnosegruppe F43, vor allem akute Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen. Sie beschreibt Arbeitsunfähigkeit. Eine Burnout-Quote lässt sich daraus nicht ableiten.

Bürohunde als mögliche Ressource

Ein Bürohund verändert keine zu hohe Arbeitsmenge und löst keine Führungsprobleme. Interessant ist eine andere Frage: Kann ein Hund für Menschen zu einer Ressource innerhalb ihres Arbeitsalltags werden?

Ein Forschungsprojekt an einer veterinärmedizinischen Hochschule in den USA hat diese Frage mit unterschiedlichen Methoden untersucht.

Wie Beschäftigte ihren Hund erleben

Schieler, Ogata und Nieforth veröffentlichten 2025 eine qualitative Auswertung. Elf Teilnehmende eines langjährig bestehenden Dogs-at-Work-Programms wurden ausführlich interviewt.

Die Beschäftigten beschrieben emotionale und soziale Unterstützung sowie angenehme Unterbrechungen während belastender Arbeit. Zur Erfahrung gehörten auch zusätzliche Verantwortung und Probleme, wenn Regeln des Programms nicht eingehalten wurden.

Was standardisierte Messungen zeigen

2026 veröffentlichten MacInnis, Ogata und Nieforth weitere Ergebnisse aus demselben Forschungsprojekt. In die quantitative Auswertung gingen 88 Beschäftigte ein. 23 nahmen am Dogs-at-Work-Programm teil, 65 gehörten zur Vergleichsgruppe.

Beim Maslach Burnout Inventory zeigten sich bei emotionaler Erschöpfung, Zynismus und beruflicher Wirksamkeit keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Messwerte und persönliches Erleben

Beides zählt. Es beantwortet unterschiedliche Fragen.

Standardisierte Selbstauskunftsverfahren helfen dabei, Gruppen mit denselben Kriterien zu vergleichen. Offene Befragungen zeigen, wie einzelne Menschen ihren Alltag erleben und welche Bedeutung eine Erfahrung für sie hat.

Ein fehlender statistisch signifikanter Gruppenunterschied macht individuell berichtete positive Erfahrungen nicht bedeutungslos. Umgekehrt trägt eine persönlich wahrgenommene Verbesserung keine allgemeine Aussage, dass Bürohunde Burnout reduzieren oder verhindern.

Die bisherige Forschung zeigt damit zwei Ebenen: messbare Gruppenunterschiede und das individuelle Erleben der Beschäftigten.

Eine weitere Perspektive aus der Schweiz

Herrendorf und Kolleginnen und Kollegen veröffentlichten 2026 eine unabhängige Untersuchung aus vier Schweizer Kleintierkliniken. 29 Beschäftigte wurden interviewt.

Die hundehaltenden Beschäftigten beschrieben weniger Stress, mehr soziale Interaktion und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Hund. Daneben wurden Belastungen sichtbar. Die Betreuung des Hundes konnte zusätzlichen Stress verursachen, ebenso Ablenkung und organisatorische Anforderungen.

Die Ergebnisse stammen aus Tierkliniken und überwiegend aus der Perspektive hundehaltender Beschäftigter. Sie lassen sich daher nicht einfach auf jeden Betrieb übertragen. Sie zeigen jedoch, wie stark der betriebliche Rahmen das Erleben mitbestimmt.

Unsere Einordnung

Die bisherige Forschung ist noch überschaubar und stammt häufig aus veterinärmedizinischen Arbeitsumgebungen. Für allgemeine Aussagen über Unternehmen in Deutschland reicht diese Datenlage nicht aus.

Trotzdem zeigt sich ein wiederkehrendes Bild: Menschen können Hunde am Arbeitsplatz als Ressource erleben. Unter ungünstigen Bedingungen kann die Anwesenheit eines Hundes selbst zusätzliche Anforderungen erzeugen.

Für Unternehmen wird damit die Gestaltung des Rahmens wichtig. Genau dort beginnt die praktische Arbeit des BVBH.

Was das für Unternehmen bedeutet

Sie möchten Bürohunde einführen oder eine bestehende Situation weiterentwickeln?

Wir unterstützen Unternehmen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrung auf die eigene Situation zu übertragen. Die konkrete Umsetzung richtet sich nach dem Betrieb und den beteiligten Menschen und Hunden.

Der Hund ist kein Blitzableiter für unseren Stress

Menschen können ihren Hund als Unterstützung erleben. Dabei bleibt der Hund ein eigenständiges Wesen mit eigenen Bedürfnissen.

Mitropoulos und Andrukonis untersuchten 2025 85 berufstätige Hundehalter und ihre Hunde. Höherer beruflicher Stress der Menschen hing mit mehr stressbezogenen Verhaltensanzeichen bei den Hunden zusammen. Arbeitsbezogenes Grübeln nach Feierabend spielte bei diesem Zusammenhang eine vermittelnde Rolle. Die Untersuchung war korrelativ und beruhte auf einer Online-Befragung.

Frühere Forschung von Sundman und Kolleginnen und Kollegen fand bei 58 Mensch-Hund-Paaren Zusammenhänge zwischen langfristigen Cortisolwerten von Menschen und Hunden. Eine Folgestudie mit anderen Hundegruppen zeigte diese Synchronisation nicht in gleicher Form.

Ein Hund darf Menschen guttun. Er trägt keine Verantwortung für unser psychisches Wohlbefinden.

Seine Belastung, seine Ruhe und seine Möglichkeiten für Abstand gehören zum gemeinsamen Arbeitsalltag.

Stress und Hunde am Arbeitsplatz

Burnout und Stress hängen zusammen. Die unmittelbare Frage, wie Hunde mit wahrgenommenem Stress am Arbeitsplatz zusammenhängen, betrachten wir auf einer eigenen Seite.

Bürohunde im Unternehmen gut integrieren

Forschung gibt Orientierung. Für Unternehmen beginnt danach die Frage, wie Bürohunde unter den eigenen Bedingungen gut integriert werden können.

Der BVBH unterstützt Sie dabei.