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Arbeitsalltag und Wohlbefinden

Stress und Hunde am Arbeitsplatz: Was die Forschung zeigt

Stress am Arbeitsplatz hat viele Ursachen. Untersuchungen zeigen, dass die Anwesenheit eines Hundes für manche Beschäftigte mit einem günstigeren Erleben des Arbeitstags verbunden sein kann.

Besonders interessant ist dabei die Frage, wie sich wahrgenommener Stress im Tagesverlauf verändert. Wir ordnen ein, was die Forschung beobachtet hat und welche Rolle der betriebliche Rahmen spielt.

Barker et al. (2012): Stress im Tagesverlauf

Die explorative Studie untersuchte Beschäftigte eines Unternehmens, das Hunde am Arbeitsplatz erlaubte. Verglichen wurden Mitarbeitende, die ihren Hund mitbrachten, Hundehaltende ohne Hund am Arbeitsplatz und Beschäftigte ohne Haustier.

Zu Beginn des Arbeitstags war der wahrgenommene Stress in den Gruppen ähnlich. Im Tagesverlauf sank er bei den Beschäftigten, die ihren Hund dabeihatten. In den beiden Vergleichsgruppen stieg er. Auch bei Hundehaltenden nahm der Stress an Tagen ohne ihren Hund im Verlauf des Tages zu.

Was dabei gemessen wurde

Untersucht wurden wahrgenommener und physiologischer Stress sowie verschiedene Einschätzungen zum Arbeitsplatz. Bei den physiologischen Stresswerten fanden die Forschenden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Was weitere Forschung ergänzt

Barker ist ein wichtiger direkter Befund zum Stressverlauf. Andere Arbeiten erweitern den Blick auf arbeitsbezogene Lebensqualität, Wohlbefinden und den bisherigen Forschungsstand.

Hall & Mills (2019): Arbeit und Wohlbefinden

Befragt wurden 749 hundehaltende Beschäftigte. Wer den eigenen Hund häufig mit zur Arbeit nahm, berichtete höheres Arbeitsengagement und eine bessere arbeitsbezogene Lebensqualität. Auch die Wechselabsicht war geringer.

Radwan et al. (2026): Überblick über 14 Studien

Die systematische Übersichtsarbeit fasst 14 Studien mit insgesamt 2.920 Teilnehmenden zusammen. Besonders bei psychischen und sozialen Aspekten zeigen sich positive Zusammenhänge. Die untersuchten Arbeiten unterscheiden sich jedoch deutlich in Aufbau und Aussagekraft.

MacInnis et al. (2026): Dogs at Work im Alltag

In einem langjährig etablierten Dogs-at-Work-Programm beschrieben Teilnehmende die Hunde als Unterstützung für ihr Wohlbefinden und soziale Kontakte. Bei standardisierten Wohlbefindensmaßen zeigten sich zwischen Programmteilnehmenden und Vergleichsgruppe kaum Unterschiede.

Zur Einordnung

Für den Umgang mit den Forschungsergebnissen sind zwei Aspekte besonders wichtig.

Auch der Hund erlebt den Arbeitstag

Ein positiver Effekt für einen Menschen sagt noch nichts darüber aus, wie der Hund den gemeinsamen Arbeitstag erlebt. Ruhe, Rückzug und passende Bedingungen gehören deshalb immer in die Betrachtung.

Stress und Burnout unterscheiden

Die hier vorgestellten Arbeiten untersuchen vor allem wahrgenommenen Stress, arbeitsbezogenes Wohlbefinden und verwandte Aspekte. Sie belegen nicht, dass Bürohunde Burnout verhindern oder behandeln.

Was wir aus der Forschung mitnehmen

Die bisherigen Arbeiten geben Hinweise darauf, dass Hunde für manche Beschäftigte mit einem günstigeren Erleben des Arbeitsalltags verbunden sein können. Barker zeigt dabei einen auffälligen Verlauf des wahrgenommenen Stresses über den Arbeitstag.

Für den BVBH ist dieser Befund Teil eines größeren Bildes. Wie gut Bürohunde im Alltag wirken können, hängt vom jeweiligen Arbeitsumfeld ab. Dazu gehören klare Regeln und Rückzugsmöglichkeiten. Ebenso wichtig ist, dass die beteiligten Menschen mit der Lösung umgehen können und der Hund im Alltag Ruhe findet.

Ein Baustein im Arbeitsumfeld

Ein Bürohund kann Teil eines guten Arbeitsumfelds sein. Er ersetzt keine betriebliche Auseinandersetzung mit Ursachen von Belastung und Stress.

Ausgewählte wissenschaftliche Quellen

Für die Einordnung auf dieser Seite haben wir vor allem diese Originalarbeiten herangezogen:

Barker et al. (2012)
Preliminary investigation of employee’s dog presence on stress and organizational perceptions
Originalquelle ansehen →

Hall & Mills (2019)
Taking Dogs Into the Office: A Novel Strategy for Promoting Work Engagement, Commitment and Quality of Life
Originalquelle ansehen →

Radwan et al. (2026)
Benefits of Pet Friendly Work Environments on Physical, Mental, and Social Well-Being: A Systematic Review
Originalquelle ansehen →

MacInnis et al. (2026)
A dogs-at-work program in a veterinary college: promoting workplace wellbeing and resilience
Originalquelle ansehen →

Foltin & Glenk
Going to the office – What’s in it for the dog?
Originalquelle ansehen →

Weiter zur Forschung über Bürohunde

Auf unserer Wissenschaftsseite zeigen wir weitere Untersuchungen zu Hunden am Arbeitsplatz und ordnen sie in den größeren Forschungsstand ein.

Bürohund im eigenen Unternehmen

Forschung kann Orientierung geben. Für ein Unternehmen beginnt danach die Frage, wie Bürohunde unter den eigenen Bedingungen gut integriert werden können.

Der BVBH unterstützt Unternehmen dabei, wissenschaftliches Wissen und praktische Erfahrung auf den eigenen Arbeitsalltag zu übertragen.