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Für Mitarbeitende

Bürohunde: Chancen für Mitarbeitende

Wer mit einem Hund lebt, kennt die Organisation hinter einem normalen Arbeitstag. Darf der eigene Hund mit zur Arbeit, entfällt für diese Stunden eine Betreuung an einem anderen Ort. Gemeinsame Zeit findet dann auch während des Arbeitstages statt.

Bürohunde können außerdem Kontakte zwischen Kolleginnen und Kollegen fördern. Beschäftigte ohne eigenen Hund entscheiden selbst, ob sie Kontakt möchten oder lieber Abstand halten.

Der BVBH setzt sich dafür ein, dass Hunde unter geeigneten Voraussetzungen gesteuert mit an den Arbeitsplatz gebracht werden können.

Was sich im Arbeitsalltag verändern kann

Der Hund kann näher am Alltag seines Menschen sein. Pausen bekommen einen anderen Rhythmus. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen können leichter entstehen.

Vereinbarkeit

Wenn Arbeit und Hund besser zusammenpassen

Für Menschen mit Hund liegt eine Chance unmittelbar im Alltag: Der Hund kann während der Arbeitszeit dabei sein.

Für diese Stunden muss keine andere Betreuung organisiert werden. Die Mittagspause lässt sich für eine gemeinsame Runde nutzen. Gemeinsame Zeit beginnt nicht erst nach Feierabend.

Hall & Mills (2019) fanden bei hundehaltenden Beschäftigten Zusammenhänge mit arbeitsbezogener Lebensqualität und der Schnittstelle zwischen Beruf und Privatleben. Originalstudie

Mein Arbeitstag

Was kann sich ganz konkret ändern?

Der Hund ist dabei. Die Pause lässt sich für einen Spaziergang nutzen.

Auch an einem vollen Arbeitstag braucht der Hund genug Zeit zum Schlafen, Möglichkeiten zum Rückzug und Bewegung draußen.

Stresserleben und Wohlbefinden

Stresserleben im Arbeitsalltag

Der subjektiv erlebte Stress gehört zu den Bereichen, die direkt am Arbeitsplatz vergleichsweise gut untersucht sind.

Ein systematischer Review von 2025 fasst die Forschung zu Heimtieren am Arbeitsplatz zusammen. Wiederkehrende positive Befunde betreffen unter anderem das Stresserleben und soziale Interaktionen. Die Zahl der Studien ist noch begrenzt. Auch ihre Aussagekraft unterscheidet sich.

Barker und Kollegen untersuchten 2012 Beschäftigte eines Unternehmens. Bei Personen, deren eigener Hund anwesend war, entwickelte sich der subjektiv wahrgenommene Stress im Tagesverlauf günstiger als in den Vergleichsgruppen.

Weitere Studien berichten positive Hinweise zu Wohlbefinden und Arbeitserleben. Diese Ergebnisse sind weniger einheitlich. Auch der Arbeitsplatz und die persönliche Einstellung zu Hunden spielen eine Rolle.

Forschung direkt am Arbeitsplatz

Systematischer Review 2025
Überblick zur Forschung über Heimtiere am Arbeitsplatz.
Originalquelle

Barker et al. 2012
Subjektives Stresserleben bei Beschäftigten mit und ohne anwesenden Hund.
Originalquelle

Mensch-Hund-Forschung

Ergänzende Forschung zum Kontakt zwischen Mensch und Hund

Außerhalb des Arbeitsplatzes gibt es deutlich mehr Forschung zum direkten Kontakt zwischen Menschen und Hunden.

Ein systematischer Review von 2022 wertete 129 Untersuchungen aus. Wiederkehrende Befunde betrafen unter anderem Cortisol und die Herzratenvariabilität. Die Studien untersuchten sehr unterschiedliche Situationen.

Diese Ergebnisse zeigen daher nicht, was während eines ganzen Bürotages geschieht. Sie helfen aber dabei, Reaktionen auf direkten Kontakt mit Hunden besser einzuordnen.

Teo et al. (2022), systematischer Review zur Psychophysiologie der Mensch-Hund-Interaktion. Originalquelle

Für Bürohunde zählt zuerst die Arbeitsplatzforschung

Arbeitsplatzstudien untersuchen die Anwesenheit von Hunden dort, wo die für uns relevante Situation tatsächlich stattfindet.

Allgemeine Mensch-Hund-Studien betrachten häufig andere oder deutlich kürzere Situationen. Für Aussagen über Bürohunde stützen wir uns deshalb zuerst auf Forschung am Arbeitsplatz. Die allgemeine Forschung ergänzt diese Einordnung.


 

Stimme aus dem Gesundheitsbereich

Rüdiger Scharf über Bürohunde im Arbeitsalltag

Rüdiger Scharf mit Pluto

Chef-Pressesprecher und Leiter Unternehmenskommunikation der DAK-Gesundheit

Rüdiger Scharf schildert aus seiner persönlichen Erfahrung, wie er Bürohunde im Arbeitsalltag erlebt.

Videostatement zum Internationalen Bürohundtag 2026

Soziale Kontakte

Bürohunde können soziale Interaktionen fördern

Ein Hund schafft einen möglichen Anlass für Begegnung. Jemand bleibt kurz stehen und begrüßt ihn. Daraus kann ein Gespräch mit einer Kollegin oder einem Kollegen entstehen, mit denen es sonst wenig Berührung gibt.

Auch die Arbeitsplatzforschung weist in diese Richtung. Der systematische Review von 2025 nennt soziale Interaktionen als einen Bereich mit wiederkehrenden positiven Befunden.

In der Purdue-Untersuchung von 2026 berichteten Teilnehmende eines langjährigen Dogs-at-Work-Programms ebenfalls von zusätzlichen sozialen Kontakten.

MacInnis, Ogata & Nieforth (2026). Originalstudie

Ein kurzer Kontakt kann reichen

Ein Hund kann ein Gespräch anstoßen und danach wieder ruhig an seinem Platz liegen. Er muss dafür nicht ständig im Mittelpunkt stehen.

Bewegung und Pausen

Pausen und Bewegung

Ein Hund muss nach draußen. Das schafft bei einem Schreibtischarbeitsplatz einen konkreten Anlass aufzustehen.

In einer Schweizer Untersuchung von 2026 berichteten Beschäftigte, dass sie an Tagen mit Hund eher ihre Mittagspause nutzten. Einige beschrieben die Runde draußen als erholsam.

Aus der allgemeinen Forschung zur Hundehaltung wissen wir außerdem, dass vor allem das tatsächliche Spazierengehen mit dem Hund mit höherer körperlicher Aktivität verbunden ist.

Für Menschen, die viel im Sitzen arbeiten, bedeutet eine Hunderunde zusätzliche Bewegung.

Schweizer Arbeitsplatzstudie 2026: Originalstudie
Langzeitdaten zu Hundespaziergängen und Aktivität: PubMed

Pausen und Unterbrechungen wirken unterschiedlich

Eine Hunderunde kann eine hilfreiche Pause sein. Während einer Aufgabe, die hohe Konzentration verlangt, kann eine ungeplante Unterbrechung stören.

Arbeitsaufgabe, Zeitpunkt und eigener Handlungsspielraum beeinflussen, wie Menschen eine solche Unterbrechung erleben.

Gemeinsamer Arbeitsalltag

Kontakt bleibt freiwillig

Wer einen Bürohund begrüßen möchte, soll das tun können. Wer Abstand möchte, braucht ebenso verlässliche Möglichkeiten.

Ein Bürohund muss nicht zu allen Beschäftigten Kontakt haben.

Geregelte Anwesenheit

Unterschiedliche Bedürfnisse im Team

Eine Allergie oder erhebliche Angst vor Hunden kann besondere Schutzmaßnahmen erforderlich machen.

Für den Wunsch nach Abstand braucht niemand eine medizinische Begründung.

Je nach Arbeitsplatz können hundefreie Bereiche sinnvoll sein. Beschäftigte müssen außerdem wissen, an wen sie sich mit Fragen oder Problemen wenden können.

Betriebsrat und Personalrat

Klare Regelungen helfen auch der Interessenvertretung, wenn Beschäftigte unterschiedliche Bedürfnisse oder Schutzbedarfe haben.

Zuständigkeiten und Rückmeldemöglichkeiten sollten für alle Beteiligten bekannt sein.

Perspektive des Hundes

Die Perspektive des eigenen Hundes

Wer seinen Hund mitbringen kann, muss für diese Stunden keine andere Betreuung organisieren. Für den Hund zählt, ob der Arbeitsplatz zu ihm passt.

Manche Hunde schlafen über weite Teile des Arbeitstages entspannt. Andere reagieren stärker auf Bewegung, Geräusche oder wechselnde Menschen.

Der Hund braucht ausreichend Ruhe und Rückzug. Er muss Kontakten ausweichen können. Auch Dauer und Häufigkeit der Anwesenheit müssen zu ihm passen.

Der Hund trägt keine Verantwortung für das Wohlbefinden der Belegschaft.
Auf einen Blick

Chancen und Bedingungen

Mögliche Chancen

Vereinbarkeit von Arbeit und Hund

Der Hund kann während des Arbeitstages dabei sein. Eine Betreuung an einem anderen Ort entfällt für diese Zeit.

Stresserleben und Arbeitserleben

Arbeitsplatzstudien zeigen positive Befunde beim subjektiv erlebten Stress. Zu Wohlbefinden und Arbeitserleben gibt es weitere positive Hinweise.

Soziale Kontakte

Bürohunde können Gespräche anstoßen und soziale Kontakte fördern.

Bewegung und Pausen

Die Runde mit dem Hund schafft einen konkreten Anlass aufzustehen und nach draußen zu gehen.

Bedingungen

Kontakt und Abstand

Beschäftigte entscheiden selbst, wie viel Kontakt sie zu einem Bürohund möchten.

Klare Regeln

Es muss bekannt sein, wer bei Fragen oder Problemen zuständig ist. Schutzbedarfe müssen berücksichtigt werden.

Der einzelne Hund

Arbeitsplatz und Dauer der Anwesenheit müssen zu ihm passen. Ruhe und Rückzug müssen möglich sein.

Diese Chancen entstehen leichter, wenn Bürohunde bewusst in den Arbeitsalltag integriert werden. Darum setzt sich der BVBH für die gesteuerte Zulassung von Bürohunden ein.

Für Menschen mit Hund

Sie möchten Ihren Hund mit zur Arbeit bringen?

Wenn Sie das Thema in Ihrem Unternehmen ansprechen möchten, hilft eine gute Vorbereitung. Das gilt auch, wenn die erste Mitnahme bereits geplant ist.

Auf unserer Unterstützungsseite erfahren Sie, welche Fragen vor einer Einführung geklärt werden sollten.

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Weiterführende Informationen

Wissenschaftliche Untersuchungen

Studien zu Bürohunden und zu Themen, die für den gemeinsamen Arbeitsalltag relevant sind.

Zu den wissenschaftlichen Untersuchungen→

Hundewissen

Wie Hunde ihre Umwelt erleben und was das für den Büroalltag bedeutet.

Zu Hundewissen→

Vorteile von Bürohunden

Der Überblick über Chancen für Unternehmen, Menschen und Hunde.

Vorteile von Bürohunden ansehen