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Mensch-Hund-Forschung

Oxytocin und Hund: Was die Forschung zeigt

Wenn Menschen und Hunde miteinander umgehen, passiert mehr als das, was wir von außen beobachten können. Auch körperliche Prozesse reagieren auf die gemeinsame Interaktion.

Besonders häufig wird dabei über Oxytocin gesprochen. Forschung zeigt, dass dieses Hormonsystem an der Beziehung zwischen Menschen und Hunden beteiligt sein kann. Was genau untersucht wurde und was wir daraus für Bürohunde mitnehmen können, ordnen wir hier ein.

Was ist Oxytocin?

Oxytocin ist ein körpereigener Botenstoff, der im Zusammenhang mit sozialen Beziehungen und Bindungsprozessen intensiv erforscht wird. Auch die Beziehung zwischen Menschen und Hunden ist Teil dieser Forschung.

Untersucht wird zum Beispiel, ob sich Oxytocinwerte während gemeinsamer Interaktionen verändern und wie solche Veränderungen mit dem Verhalten von Mensch und Hund zusammenhängen.

Grundlagenforschung bleibt relevant

Ein Hund wird am Arbeitsplatz nicht zu einem anderen Wesen. Forschung zur Mensch-Hund-Beziehung bleibt deshalb auch für Bürohunde wichtig.

Prägende Arbeiten zur Mensch-Hund-Interaktion

Einige Arbeiten haben die Diskussion über Oxytocin in der Beziehung zwischen Menschen und Hunden besonders geprägt.

Handlin et al. (2011): kurze Interaktion, messbare Veränderungen

In der explorativen Studie interagierten zehn Frauen kurz mit ihren eigenen männlichen Labrador Retrievern. Gemessen wurden unter anderem Oxytocin, Cortisol, Insulin und Herzfrequenz. Bei Menschen und Hunden wurden Veränderungen im Oxytocinverlauf beobachtet.

Nagasawa et al. (2015): Blickkontakt und Oxytocin

Die Studie untersuchte den Blickkontakt zwischen Hunden und ihren Bezugspersonen. Längerer Blickkontakt des Hundes war mit höheren Oxytocinwerten bei den Menschen verbunden. In einem weiteren Experiment wurde zusätzlich die Wirkung verabreichten Oxytocins untersucht.

Forschung entwickelt sich weiter

Seit diesen frühen Arbeiten ist die Forschung weitergegangen. Dabei zeigt sich ein vielfältigeres Bild.

In einer Untersuchung von Marshall-Pescini und Kollegen aus dem Jahr 2019 zeigten sich nach den untersuchten positiven Interaktionen insgesamt keine einheitlichen Anstiege der Oxytocinwerte. Zwischen den einzelnen Mensch-Hund-Paaren bestanden deutliche Unterschiede.

Solche Ergebnisse helfen dabei, ältere Befunde genauer einzuordnen und die Beziehung zwischen Mensch und Hund differenzierter zu betrachten.

Die Beziehung zwischen einem Menschen und seinem Hund lässt sich nicht auf einen einzelnen biologischen Wert reduzieren. Verhalten, Vertrautheit und die konkrete Situation spielen ebenfalls eine Rolle.

Was die Forschung für Bürohunde bedeutet

Die Oxytocin-Forschung liefert einen Teil der Erklärung dafür, warum die Beziehung zwischen Menschen und Hunden auch biologisch interessant ist.

Für Bürohunde ist diese Grundlagenforschung relevant. Der Arbeitsplatz hebt die gewachsene Beziehung zwischen einem Menschen und seinem Hund nicht auf. Sie findet dort unter anderen Bedingungen statt.

Deshalb betrachten wir beim BVBH das Wissen über die Mensch-Hund-Beziehung gemeinsam mit Forschung, die Hunde unmittelbar am Arbeitsplatz untersucht.

Grundlagenwissen und Arbeitsplatzforschung

Oxytocin ist ein spannender Teil der Mensch-Hund-Forschung. Für Aussagen über den Büroalltag braucht es zusätzlich Untersuchungen, die den Arbeitsplatz selbst betrachten.

Ausgewählte wissenschaftliche Quellen

Für die Einordnung auf dieser Seite haben wir vor allem diese Originalarbeiten herangezogen:

Handlin et al. (2011)
Short-Term Interaction between Dogs and Their Owners: Effects on Oxytocin, Cortisol, Insulin and Heart Rate
Originalquelle ansehen →

Nagasawa et al. (2015)
Oxytocin-gaze positive loop and the coevolution of human-dog bonds
Originalquelle ansehen →

Petersson et al. (2017)
Oxytocin and Cortisol Levels in Dog Owners and Their Dogs Are Associated with Behavioral Patterns
Originalquelle ansehen →

Marshall-Pescini et al. (2019)
The Role of Oxytocin in the Dog-Owner Relationship
Originalquelle ansehen →

Weiter zur Forschung über Bürohunde

Oxytocin ist ein Teil der Forschung zur Beziehung zwischen Mensch und Hund. Auf unserer Wissenschaftsseite zeigen wir zusätzlich Untersuchungen, die Hunde direkt im Arbeitsumfeld betrachten.

Wissen im Unternehmen anwenden

Wissenschaft hilft uns, Zusammenhänge besser zu verstehen. Für ein Unternehmen beginnt danach die Frage, wie Bürohunde unter den eigenen Bedingungen gut integriert werden können.

Der BVBH unterstützt Unternehmen dabei, wissenschaftliches Wissen und praktische Erfahrung auf den eigenen Arbeitsalltag zu übertragen.