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Wissenschaft

Hundehaarallergie: Was die Forschung zeigt und was im Büro wichtig ist

Hundehaarallergien gibt es. Für Betroffene können sie auch am Arbeitsplatz relevant sein.

Gleichzeitig werden Sensibilisierung und tatsächliche Allergie häufig gleichgesetzt. Ein genauer Blick auf die Forschung hilft, die Größenordnung besser einzuordnen und passende Lösungen für den Arbeitsalltag zu finden.

Allergisch gegen Hundehaare?

Der Begriff „Hundehaarallergie“ ist weit verbreitet. Tatsächlich reagieren Betroffene auf bestimmte Eiweiße des Hundes.

Diese Allergene finden sich unter anderem in Hautschuppen, Speichel, Talg und Urin. Sie können sich am Fell anlagern und über die Umgebung verbreiten.

Für den Büroalltag zählt deshalb, welcher Allergenexposition ein Mensch tatsächlich ausgesetzt ist und wie er darauf reagiert.

Kurz gesagt

Das Haar ist vor allem Träger und Verbreitungsweg. Entscheidend sind die allergenen Eiweiße des Hundes und die individuelle Reaktion.

7,0 %
gegen Hundeschuppen sensibilisiert

DEGS1 · 7.025 Erwachsene
Erhebung 2008–2011

Was die 7,0 Prozent tatsächlich bedeuten

Sensibilisierung ≠ Allergie

In der deutschen DEGS1-Untersuchung wurden Blutproben von 7.025 Erwachsenen auf spezifische IgE-Antikörper gegen verschiedene Allergene untersucht. Bei 7,0 Prozent wurde eine Sensibilisierung gegen Hundeschuppen festgestellt.

Das bedeutet: Bei etwa sieben von hundert untersuchten Erwachsenen waren entsprechende Antikörper nachweisbar.

Ob diese Menschen bei Kontakt mit einem Hund tatsächlich allergische Beschwerden entwickeln, beantwortet diese Zahl nicht.

Für Deutschland gibt es mit DEGS1 eine große bevölkerungsbezogene Untersuchung zur Sensibilisierung gegen Hundeschuppen. Eine vergleichbar belastbare aktuelle Zahl für Menschen mit klinisch relevanter Hundeallergie in der Gesamtbevölkerung liegt derzeit nicht vor.

Quelle: DEGS1, Robert Koch-Institut, Erhebung 2008–2011

22 sensibilisiert.
2 mit berichteten Beschwerden.

Was eine neuere deutsche Untersuchung zeigt

2024 wurden 313 Studienanfängerinnen und Studienanfänger der Tiermedizin untersucht. 22 von ihnen waren gegen Hunde sensibilisiert. Zwei dieser 22 Personen berichteten zugleich über allergische Beschwerden bei Hundekontakt.

Die untersuchte Gruppe ist nicht repräsentativ für Deutschland. Eine Hochrechnung auf die Bevölkerung ist deshalb nicht möglich.

Die Untersuchung macht jedoch den Unterschied zwischen einer nachweisbaren Sensibilisierung und tatsächlich auftretenden Beschwerden anschaulich.

Welche Beschwerden können auftreten?

Eine Hundeallergie kann sich an Augen und Nase bemerkbar machen. Auch Haut oder Atemwege können betroffen sein.

Wie stark jemand reagiert, ist individuell verschieden.

Bei bestehenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die medizinische Abklärung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine allergologische Fachpraxis erfolgen. Das gilt besonders bei Beschwerden der Atemwege.

Gibt es hypoallergene Hunde?

Einzelne Hunderassen werden immer wieder als „hypoallergen“ oder besonders für Allergiker geeignet bezeichnet.

Für eine solche pauschale Einteilung gibt es keine belastbare wissenschaftliche Grundlage. Untersuchungen konnten nicht zeigen, dass entsprechend bezeichnete Rassen grundsätzlich zu einer geringeren Allergenbelastung führen.

Die Rasse allein erlaubt deshalb keine verlässliche Aussage darüber, wie ein Mensch mit einer bestehenden Hundeallergie reagieren wird.

Büroalltag

Was bedeutet eine Hundeallergie für Bürohunde?

Eine mögliche Hundeallergie gehört zu den Rahmenbedingungen, die bei Bürohunden berücksichtigt werden.

Welche Regelung sinnvoll ist, zeigt die konkrete Situation am Arbeitsplatz. Wenn ein Beschäftigter tatsächlich allergisch reagiert, zählen seine individuelle Reaktion und die tatsächliche Exposition.

Dann schauen wir darauf, wo und wie eine Exposition entsteht und welche Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitsplatz bietet.

Es gibt Allergien. Es gibt Lösungen.

Je nach gesundheitlicher Situation und Arbeitsumfeld kommen unterschiedliche Lösungen in Betracht. Dazu können hundefreie Arbeitsbereiche, eine passende räumliche Organisation, angepasste Wege oder Maßnahmen zur Verringerung der Allergenbelastung gehören.

Welche Lösung passt, entscheidet sich im konkreten Fall.

Für uns bedeutet das: Eine Allergie wird ernst genommen. Gleichzeitig prüfen wir, wie gemeinsames Arbeiten möglich bleiben kann.

Wenn eine Allergie im Unternehmen konkret wird

Neben der gesundheitlichen Situation spielen dann auch Arbeitsschutz und die Gestaltung des Arbeitsplatzes eine Rolle.

Wissenschaftliche Grundlagen

Haftenberger M. et al. (2013)

Prevalence of sensitisation to aeroallergens and food allergens. Results of the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1).

Zahradnik E. et al. (2024)

Animal exposure, sensitization, and allergic symptoms in first-year veterinary medicine students.

Dávila I. et al. (2018)

Consensus document on dog and cat allergy.

Vredegoor D. W. et al. (2012)

Can f 1 levels in hair and homes of different dog breeds: Lack of evidence to describe any dog breed as hypoallergenic.

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